Keine Zeit um Lesen?
Hier erfährst du das Wichtigste in Kürze zum Thema "Rutschgefahr im Winter":
-
Welche Verantwortung trägst du als Chef bei der Verkehrssicherungspflicht?
Du bist als Chef verantwortlich. Erfasse und bewerte kritische Bereiche auf deinem Gelände. Deine Verkehrssicherungspflicht bei Rutschgefahr im Winter ist nicht verhandelbar! Das ist wichtig.
-
Welche Bereiche müssen bei Glätte besonders gesichert werden?
Check genau, wo die Rutschgefahr im Winter lauert, von Parkplätzen bis Rampen! Denk auch an besonders Schutzbedürftige wie Ältere oder Schwangere, ihre Sicherheit geht vor.
-
Wie kann die Rutschgefahr im Winter effektiv reduziert werden?
Mit einem klaren Räum- und Streuplan sowie rutschfesten Belägen reduzierst du die Rutschgefahr im Winter enorm. Gute Beleuchtung hilft, tückisches Glatteis zu erkennen.
-
Welche Maßnahmen helfen dem Team, sicher bei Glätte unterwegs zu sein?
Beziehe dein Team aktiv ein. Informiere über sicheres Gehen bei Rutschgefahr im Winter und sorge für passendes, rutschfestes Schuhwerk. Gemeinsam seid ihr sicher unterwegs!
Warum die Sicherheit im Winter für dein Unternehmen entscheidend ist
Der Winter bringt nicht nur eine besondere Atmosphäre und leuchtende Weihnachtsmärkte mit sich, sondern auch eine oft unterschätzte Herausforderung: Glatteis. Schnee, Eis und Nässe verwandeln Gehwege und dein Betriebsgelände schnell in tückische Flächen. Für dich als Geschäftsführung bedeutet das ein deutlich erhöhtes Risiko für Unfälle, das über einfache Stürze weit hinausgeht und deinen Betrieb auf vielfältige Weise treffen kann.
Stürze sind in der kalten Jahreszeit eine der häufigsten Unfallursachen. Sie führen oft zu langwierigen Ausfällen von Mitarbeitern, die nicht nur persönliches Leid bedeuten, sondern auch deine Betriebsabläufe empfindlich stören. Jeder Arbeitsunfall durch mangelnde Außengelände Sicherheit kann hohe Kosten verursachen, sei es durch Lohnfortzahlungen, Produktionsausfälle oder die Suche nach Ersatzkräften.
Darüber hinaus drohen dir rechtliche Konsequenzen, wenn du deiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommst. Eine effektive Gehwegsicherung im Winter und ein durchdachter Winterdienst zum Arbeitsschutz sind daher nicht zu ignorieren. Es ist deine Aufgabe, Gefährdungen zu erkennen, zu bewerten und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um alle Personen auf deinem Gelände zu schützen.
Deine gesetzlichen Pflichten als Arbeitgeber im Winter
Als Arbeitgeber bist du gesetzlich verpflichtet, die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen und dein Unternehmen vor winterbedingten Gefahren zu schützen. Gemäß § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung zwingend. Im Winter musst du diese um spezifische, kältebedingte Risiken erweitern.
Diese Beurteilung ist die Grundlage aller Schutzmaßnahmen und muss alle kritischen Bereiche deines Betriebs umfassen. Es geht nicht nur um die offensichtlichen Wege, sondern auch um Übergänge und spezielle Arbeitsbereiche, an denen eine erhöhte Stolper- und Sturzgefahr besteht.
Wo die größten Gefahren lauern: Kritische Bereiche erkennen
Überprüfe dein gesamtes Betriebsgelände systematisch, um Schwachstellen aufzudecken. Besonders gefährdet sind Bereiche, wo sich Menschen viel bewegen oder ungünstige Bedingungen herrschen. Eine gezielte Inspektion hilft dir, die Rutschgefahr im Winter effektiv einzuschätzen.
- Verkehrs- und Gehwege: Parkplätze, Betriebswege, Zugänge zu Gebäuden und besonders Notausgänge erfordern eine konsequente Räum- und Streupflicht.
- Ladezonen und Rampen: Hier führt festgefahrener Schnee oder überfrierende Nässe schnell zu gefährlichen Situationen.
- Arbeitsflächen im Freien: Auf Bau- und Montageflächen können unebene Oberflächen oder vereiste Materialien das Risiko zusätzlich erhöhen.
- Übergänge: Bereiche zwischen beheizten Hallen und dem Freien sind besonders tückisch, da Feuchtigkeit hier blitzschnell zu Eis gefriert.
Wen du besonders schützen musst: Risikogruppen
Bei deiner Gefährdungsbeurteilung solltest du besonders auf Personengruppen achten, die einen erhöhten Schutzbedarf haben. Dazu gehören:
- Ältere Beschäftigte, die ein höheres Sturzrisiko haben und bei Unfällen oft schwerwiegendere Verletzungen erleiden.
- Personen mit eingeschränkter Mobilität, die besonders auf freie, rutschfeste Wege angewiesen sind.
- Schwangere Mitarbeiterinnen, für die ein Sturz weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann.
Für diese Gruppen gilt deine Fürsorgepflicht besonders: Deine Maßnahmen zur Gehwegsicherung im Winter müssen den speziellen Anforderungen dieser Mitarbeitenden gerecht werden und ein sicheres Arbeitsumfeld gewährleisten.
Organisatorische Maßnahmen gegen Schnee und Eis
Die Organisation ist das A und O für einen sicheren Betrieb im Winter. Ein klarer Plan regelt, wann, wie und durch wen geräumt und gestreut wird. So stellst du sicher, dass die Sicherheit auf deinem Gelände jederzeit gewährleistet ist.
Der Räum- und Streuplan als zentrales Werkzeug
Erstelle einen detaillierten Räum- und Streuplan, der Prioritäten festlegt. Notausgänge und Hauptverkehrswege sollten immer an erster Stelle stehen. Benenne verantwortliche Mitarbeiter für den Winterdienst oder beauftrage einen zuverlässigen externen Dienstleister.
Dokumentiere die Kontrollzeiten und durchgeführten Streumaßnahmen sorgfältig. Diese Dokumentation ist essenziell, um deiner Streupflicht nachzukommen und im Schadensfall einen Nachweis zu haben. Bei extremen Wetterlagen solltest du zudem Arbeitszeiten oder Wegeführungen anpassen und sichere Routen klar kennzeichnen.
Kommunikation ist alles: Warnen und Informieren
Platziere gut sichtbare Aushänge und Warnhinweise wie "Achtung, Glatteis!" an neuralgischen Punkten. Eine offene Kommunikation über die Gefahren sensibilisiert dein Team und fördert eigenverantwortliches Handeln. So wird die Stolper- und Sturzgefahr aktiv im Bewusstsein aller verankert.
Technische Lösungen für dauerhafte Sicherheit
Neben der Organisation sind auch technische Hilfsmittel entscheidend, um die Sicherheit der Außengelände langfristig zu verbessern. Diese Maßnahmen ergänzen deinen Winterdienst optimal im Arbeitsschutz und reduzieren Risiken signifikant.
Rutschfeste Beläge und gute Beleuchtung
Überprüfe die Rutschhemmung deiner Wege und Flächen. Bringe gegebenenfalls spezielle rutschfeste Matten an oder verwende dauerhafte Beschichtungen, wenn die Wege besonders stark betroffen sind und langfristig besser geschützt werden sollen.
Sorge zudem für eine ausreichende Beleuchtung, besonders in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Gerade im Winter, wenn die Sonne sich weniger zeigt, ist gute Beleuchtung dein bester Freund. Eis ist im Dunkeln schwer zu erkennen, bei schlechter Beleuchtung steigt die Gefahr deutlich.
Stelle an kritischen Punkten wie Eingängen und Parkplätzen leicht zugängliche Streugutbehälter mit Split, Granulat oder Sand bereit. Beachte, dass Tausalz aus Umweltschutzgründen auf vielen Betriebsflächen nicht erlaubt ist. An stark frequentierten Zugängen können Überdachungen die Eisbildung von vornherein minimieren.
Der Faktor Mensch: Mitarbeiter richtig einbeziehen
Auch deine Mitarbeiter spielen eine entscheidende Rolle bei der Unfallprävention. Ihr Wissen und ihr Verhalten sind maßgeblich, um Risiken zu minimieren. Die Prävention von Stürzen bei Eis und Schnee ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
Unterweisung und richtiges Verhalten
Weise deine Beschäftigten vor Wintereinbruch explizit auf die Gefahren hin. Erkläre die richtige Gehweise auf glatten Flächen: kleine, langsame Schritte, den ganzen Fuß aufsetzen und die Hände aus den Taschen nehmen, um das Gleichgewicht besser halten zu können. Erinnere sie daran, Handläufe an Treppen und Rampen konsequent zu nutzen.
Fördere eine Kultur, in der Sicherheit an erster Stelle steht. Motiviere dein Team, ungeräumte oder nicht gestreute Stellen umgehend der zuständigen Person zu melden. So tragt ihr gemeinsam zur Sicherheit bei.
Die richtige Ausrüstung: Persönlicher Schutz zählt
Im Fokus der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) steht das Schuhwerk. Stelle bei Außeneinsätzen oder an Kältearbeitsplätzen geeignetes, rutschfestes Schuhwerk mit tiefem Profil bereit. Achte auf eine Sohle, die auch bei Kälte flexibel bleibt, und auf wasserdichtes Material, um die Füße trocken und warm zu halten.
Deine Checkliste für sofortige Maßnahmen gegen Schnee und Eis
Wenn der Winter plötzlich zuschlägt, musst du schnell handeln. Diese Checkliste hilft dir, die wichtigsten Punkte für den Winterdienst Arbeitsschutz im Blick zu behalten und deine Pflichten systematisch zu erfüllen.
- Sind die Zugänge zu allen Notausgängen und Rettungswegen jederzeit frei von Schnee und Eis?
- Sind die Hauptzugänge für Mitarbeiter und Besucher geräumt und gestreut?
- Haben wir ausreichend Streumittel wie Split oder Granulat sowie Räumgeräte vorrätig und leicht zugänglich?
- Wurden die Verantwortlichen für den Winterdienst über ihre Aufgaben und die kritischen Bereiche unterwiesen?
- Sind alle Wege, Treppen und Rampen im Außengelände sicher und ausreichend beleuchtet?
- Wurden alle Mitarbeiter auf die Gefahren von Glatteis hingewiesen und dazu angehalten, passendes Schuhwerk zu tragen?
Warum sich Arbeitsschutz im Winter immer auszahlt
Winterlicher Arbeitsschutz ist mehr als nur Pflicht, er ist eine kluge Vorsorge für die Gesundheit deiner Mitarbeitenden und die Leistungsfähigkeit deines Betriebs. Durch gezielte Sicherheitsmaßnahmen verhinderst du Unfälle, Ausfallzeiten und unnötige Kosten. Wer sich frühzeitig um potenzielle Risiken kümmert, zeigt Verantwortung und Wertschätzung gegenüber dem Team und stärkt gleichzeitig den Zusammenhalt im Unternehmen.
Somit kann der Winter kommen!
Weiterführende Links
- Pflicht oder Chance? So meisterst du die Gefährdungsbeurteilung(Stichworte: Gefährdungsbeurteilung)