Dein Wegweiser im Arbeitsschutz Arbeitsschutz 2026: Überblick über neue Regeln und Anforderungen

2026 bringt frischen Wind in den Arbeitsschutz deines Betriebs. Strengere Kontrollen, der Einsatz von KI am Arbeitsplatz und neue Homeoffice-Regelungen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Mit praxisnahen Tipps und einer übersichtlichen Checkliste, die wir für dich vorbereitet haben, bist du bestens gerüstet, um direkt durchzustarten und nichts dem Zufall zu überlassen.

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Hier erfährst du das Wichtigste in Kürze zum Thema "Arbeitsschutz 2026":

  • Arbeitsschutz 2026 – Was ändert sich?

    Strengere Kontrollen, neue Homeoffice-Regelungen und der Einsatz von KI verändern die Anforderungen an Unternehmen. Es gibt keine Flut neuer Gesetze, aber bestehende Vorschriften werden intensiver geprüft. Wer die Vorgaben kennt und umsetzt, sorgt für Rechtssicherheit und stärkt Motivation und Vertrauen im Team.

  • Wer steht im Fokus der Kontrollen und welche Risiken sind relevant?

    Betriebe mit hoher Digitalisierung, Gefahrstoffen oder psychischer Belastung stehen besonders im Blickpunkt. Eine vollständige, aktuelle Gefährdungsbeurteilung ist entscheidend, um Risiken zu erkennen und Maßnahmen nachzuweisen.

  • Welche Auswirkungen haben KI und Homeoffice auf den Arbeitsschutz?

    KI-Systeme müssen bewertet werden, Homeoffice verändert die psychische und physische Belastung. Maßnahmen wie klare Erreichbarkeitsregeln, ergonomische Arbeitsplätze und Schulungen sichern Gesundheit und Teamvertrauen.

  • Wie muss der Umgang mit Alkohol und Cannabis geregelt werden?

    Null-Toleranz gilt bei sicherheitskritischen Tätigkeiten. Betriebsanweisungen müssen aktualisiert und Führungskräfte geschult werden, damit Beeinträchtigungen frühzeitig erkannt und Risiken minimiert werden.

Arbeitsschutz 2026: Was du als Geschäftsführung jetzt wissen solltest

Als Inhaber oder Geschäftsführer stehst du vor der Aufgabe, dein Unternehmen sicher durch sich wandelnde Anforderungen zu führen. Für 2026 bedeutet das keine Flut neuer Gesetze, sondern eine spürbare Verschärfung bestehender Regelwerke. Die Behörden prüfen genauer, und deine Verantwortung für die Gesundheit deiner Mitarbeitenden wächst. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, proaktiv zu handeln.

Der Fokus liegt klar auf der konsequenten Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes und seiner Verordnungen, angepasst an die moderne Arbeitswelt. Eine lückenlose Dokumentation und eine vorausschauende Strategie sind entscheidend. So schützt du nicht nur dein Team, sondern auch dein Unternehmen vor rechtlichen Risiken und möglichen Konsequenzen.

Strengere Kontrollen: Warum die Behörden genauer hinschauen

Die staatlichen Aufsichtsbehörden intensivieren ihre Prüfungen erheblich. Gemäß dem Arbeitsschutzkontrollgesetz sollen künftig jährlich mindestens 5 % aller Betriebe besichtigt werden. Zum Vergleich: Vor der Gesetzesänderung lag die Kontrollrate bei deutlich unter 1 %, viele Betriebe wurden bisher kaum kontrolliert. Für dich bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit einer behördlichen Kontrolle in deinem Unternehmen steigt, es ist daher ratsam, deine Arbeitsschutzmaßnahmen jetzt sorgfältig zu überprüfen.

Besonders im Fokus stehen Betriebe mit hohem Gefährdungspotenzial. Dazu zählen Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad, solche, die mit Gefahrstoffen arbeiten, oder Betriebe, in denen psychische Belastungen eine große Rolle spielen. Auch Arbeitsplätze mit ergonomischen Risiken oder hohem Stresslevel rücken stärker ins Blickfeld der Aufsichtsbehörden.

Eine sorgfältig geführte und aktuelle Gefährdungsbeurteilung ist dabei deine wichtigste Grundlage. Sie dokumentiert nicht nur die erkannten Risiken, sondern auch die umgesetzten Schutzmaßnahmen und Verantwortlichkeiten. Ergänzend solltest du regelmäßig Arbeitsanweisungen, Schulungen und Notfallpläne aktualisieren. So stellst du sicher, dass dein Unternehmen bei einer Kontrolle alle Anforderungen erfüllt, Mitarbeitende sicher arbeiten und rechtliche Risiken minimiert werden.

Digitalisierung und KI: Die neuen Herausforderungen für deine Gefährdungsbeurteilung

Die Digitalisierung im Arbeitsschutz ist eines der zentralen Themen. Mit der EU-weiten KI-Verordnung, dem AI-Act, der ab August 2026 anwendbar wird, rückt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt. Als Geschäftsführung musst du KI-Systeme in deinem Betrieb im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bewerten. Dabei solltest du sowohl technische Sicherheitsaspekte als auch psychische Belastungen für deine Mitarbeitenden prüfen.

Risiken können z. B. entstehen durch:

  • Gefühle von Kontrollverlust: Mitarbeitende fühlen sich entmündigt, wenn Entscheidungen vollständig automatisiert getroffen werden.
  • Ständige Überwachung: Algorithmen, die Leistung oder Verhalten analysieren, können Stress und Druck erhöhen.
  • Intransparente Entscheidungen: Wenn KI-Ergebnisse oder Priorisierungen nicht nachvollziehbar sind, kann das Unsicherheit und Frustration erzeugen.

Deine Fachkräfte für Arbeitssicherheit benötigen deshalb die Kompetenz, die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Kontrollierbarkeit dieser Systeme richtig einzuschätzen. Ergänzend sollten Prozesse zur Mitarbeiterinformation, Schulung und Feedback etabliert werden, um psychische Risiken zu minimieren.

Kurz gesagt: KI bringt Chancen, aber auch neue Gefährdungen, nur eine sorgfältige Bewertung im Arbeitsschutz sichert Gesundheit und Vertrauen im Team.

Psychische Belastung im Fokus: Homeoffice und ständige Erreichbarkeit

Hybride Arbeitsmodelle und Homeoffice haben die Arbeitswelt grundlegend verändert und bringen neue psychische und physische Belastungen mit sich. Besonders die ständige Erreichbarkeit führt häufig zu einer Vermischung von Berufs- und Privatleben, dem sogenannten Work-Life-Blur. Mitarbeitende arbeiten länger, Pausen fallen aus, und Stress sowie Erschöpfung nehmen zu. Diese Risiken musst du als Führungskraft aktiv managen.

  • Psychische Belastungen Dauerstress und Überlastung: Permanente Erreichbarkeit über E-Mail, Chat oder Video-Calls erhöht das Risiko für Burnout.
  • Isolation und fehlender sozialer Austausch: Mitarbeitende im Homeoffice können sich ausgegrenzt fühlen, was Motivation und Teamgeist mindert.
  • Unklare Erwartungen: Wenn Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht klar kommuniziert werden, steigt Unsicherheit und Stress.
  • Ergonomie: Nicht ergonomische Arbeitsplätze zu Hause (Stuhl, Tisch, Bildschirmhöhe) können Rücken-, Nacken- und Augenprobleme verursachen.
  • Bewegungsmangel: Wegfall des Arbeitsweges und längeres Sitzen erhöhen Gesundheitsrisiken.

Maßnahmen für Führungskräfte

  • Klare Regeln für Erreichbarkeit: Vereinbare feste Arbeitszeiten, Pausen und Kommunikationsrichtlinien.
  • Achte auf die Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten.
  • Unterstütze Mitarbeitende bei der Einrichtung eines sicheren und gesunden Homeoffice-Arbeitsplatzes – z. B. höhenverstellbarer Tisch, geeigneter Stuhl, richtige Bildschirmposition.
  • Prüfe die Umsetzung der Maßnahmen, biete Schulungen oder Checklisten zur ergonomischen Einrichtung an.
  • Ermögliche virtuelle Teammeetings, Feedbackgespräche und den Zugang zu Beratungsangeboten.

Hybrides Arbeiten bietet zwar mehr Flexibilität, verändert aber auch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in deinen Unternehmen.

Umgang mit Cannabis: Klare Regeln für mehr Sicherheit

Die geänderte Rechtslage zu Cannabis erfordert eine klare Positionierung in deinem Unternehmen. Analog zu Alkohol verbietet die DGUV Vorschrift 1 den Konsum berauschender Mittel, wenn dadurch eine Gefahr für sich selbst oder andere entstehen kann. Diese Regelung gilt uneingeschränkt, unabhängig davon, ob es sich um Freizeitkonsum oder medizinische Nutzung handelt.

Für dich bedeutet das, dass deine Betriebsanweisungen unbedingt aktualisiert werden müssen, um die neuen Vorgaben zu berücksichtigen. Alle Mitarbeitenden sollten entsprechend unterwiesen werden, damit sie die Risiken und rechtlichen Konsequenzen verstehen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten wie dem Führen von Fahrzeugen, der Bedienung von Maschinen oder Arbeiten in Höhen ist eine konsequente Null-Toleranz-Politik unerlässlich. Mitarbeitende dürfen in diesen Bereichen keinerlei berauschende Mittel konsumieren, da selbst geringe Beeinträchtigungen die Sicherheit erheblich gefährden können.

Auch Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle: Sie müssen in der Lage sein, Anzeichen von Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen, zum Beispiel verlangsamte Reaktionen, Unsicherheit oder Konzentrationsprobleme und angemessen zu reagieren. Dabei kann es notwendig sein, den Betriebsarzt oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit einzubeziehen, um die Situation professionell und rechtssicher zu handhaben.

Darüber hinaus ist Prävention ein wichtiger Bestandteil einer wirksamen Unternehmensstrategie. Mitarbeitende sollten über Informations- und Schulungsangebote zum verantwortungsvollen Umgang mit berauschenden Mitteln verfügen und auch Maßnahmen zum Stressmanagement können helfen, den Konsumrisiken vorzubeugen.

Deine Checkliste: So startest du 2026 mit den richtigen Arbeitsschutzmaßnahmen

Die Veränderungen im Arbeitsschutz erfordern dein vorausschauendes Handeln. Nutze die folgende Liste, um zu überprüfen, ob du auf die kommenden Anforderungen vorbereitet bist und die richtigen Weichen stellst.

  • Gefährdungsbeurteilung: Ist deine Beurteilung um die Risiken aus KI, Homeoffice und psychischer Belastung erweitert und lückenlos dokumentiert?
  • Arbeitszeit und Erreichbarkeit: Hast du klare Regeln zur Nichterreichbarkeit definiert und stellst du sicher, dass die Ruhezeiten eingehalten werden?
  • Dokumentation: Sind alle Unterweisungen, Wartungen und Begehungen vollständig dokumentiert, um einer behördlichen Prüfung standzuhalten?
  • Regelwerke: Berücksichtigst du die spezifischen Anpassungen deiner Berufsgenossenschaft zur DGUV Vorschrift 2 und hast du deine Richtlinien zum Umgang mit berauschenden Mitteln aktualisiert?